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Hilfe mein Hund ist dominant!

Hund beim Hundetraining

Nein, da kann ich dich beruhigen dein Hund ist nicht dominant. Der Begriff wird leider falsch verwendet und ist lange überholt. Doch wir hören es immer mal wieder das jemand sagt, "Der ist aber dominant oder mein Hund ist dominant". Dominanz wurde auf den Hund projiziert, doch dies setzt ein Modell voraus welches von Wölfen auf Hunde übertragen wurde. Diese Wölfe lebten in Gefangenschaft und bildeten eine Art "Hackordnung" aus, welche bei freilebenden Wölfen nicht bekannt ist. In Übertragung auf den (Familien- ) Hund sind die gemachten Annahmen einfach falsch.

Verhaltensbiologen, andere Fachleute und Hundeschulen die sich mit den veröffentlichten Hypothesen ernsthaft auseinander gesetzt haben, verwenden Begriffe wie Dominanz oder auch den sogenannten Rüdelführer und die damit abgeleiteten Theorien nicht mehr. Bei weitergehendem Interesse an dem Thema findet man unter dem Namen Lucyan David Mech einen Verhaltensforscher. Dieser hat damals die betreffende Studie durchgeführt. Er hat die Ergebnisse seiner Forschung ( Das Alphawolfsmodell ) vor langer Zeit wieder zurückgezogen weil er selbst erkannt hat wie fehlerhaft diese sind. Trotzdem wird es zum Beispiel im Fernsehen und anderen Medien manchmal noch so gesagt, und auch deshalb halten sich die falschen Aussagen hartnäckig.

Wer dennoch seinen Hund mit Reduzierung auf die erwähnten Begriffe und mit falscher Strenge erzieht, ignoriert elementare Bedürfnisse seines Hundes. Schwerwiegende Schäden können die Folgen sein! Bei derart emotional belasteten Hunden sprechen wir persönlich von gebrochenen Hunden oder auch von Roboter-Hunden ( man sieht diesen armen Kreaturen die „erlernte Hilflosigkeit“ förmlich an ) . Für ein harmonisches Miteinander mit den Hunden stehen uns natürlich bessere Werkzeuge zur Verfügung. Wir können zum Beispiel mit Kooperation und Bedürfnisbefriedigung denselben Effekt erreichen, ohne dass unsere Hunde sich emotional aus der Beziehung mit uns verabschieden.

Unser Rat an alle Hundehalter ist daher nicht lange herum zu probieren bzw. bei schwer einzuschätzenden Problemen kompetente Hilfe zu holen. Der Grund ist einfach erklärt. An einem einmal kaputt gemachten Vertrauen und den Folgen arbeitet man hinterher nicht nur 1 oder 2 Trainingseinheiten, wie immer gern behauptet wird, sondern ggf. Monate.

Betrachtet wird dabei nur die Auswirkungen auf den Hund - doch was ist mit den emotionalen Schäden beim Mensch? Wenn dieser erkennt wie schlecht es eigentlich dem eigenen Hund geht.

Eure Hundetrainer vor Ort